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BLICKWINKEL

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Protokoll einer nächtlichen Entdeckungsreise in die Welt der Biodiversität im 
Senckenberg ­Naturmuseum in Frankfurt 
am Main

17:00 Uhr 

Ankunft vor dem Museum. Wir parken das Auto, vollgepackt mit Fotoequipment, direkt vor dem Gebäude. Die letzten Besucher strömen aus dem Museum, denn es ist kurz vor Schließung. Danach haben wir es ganz für uns – zusammen mit allen möglichen Lebewesen aus vergessenen und nicht vergessenen Zeiten.

17:30 Uhr 

Während wir das Glas der Vitrinen für die Aufnahmen auf Vordermann bringen, fällt einigen von uns ein, wie oft wir als Kinder hier unsere Nasen plattgedrückt haben. Auch heute noch geht von den Exponaten, die die unglaubliche Vielfalt der Natur zeigen, eine Faszination aus, die uns in ihren Bann zieht.

18:30 Uhr 

Ungeduldig warten wir darauf, dass es dunkel wird. Es kommt uns vor wie eine Ewigkeit, bis endlich das Resttageslicht aus dem Museum weicht. In der Zwischenzeit prüfen wir die geplanten Motive, den Zeitplan und die Kameraeinstellungen. Unser erstes Modell ist der Allenkolibri.

Picknick Senckenberg

Picknick mit ungewöhnlichen naturwissenschaftlichen Artefakten im Merian-Saal

Shooting Senckenberg 2

Die Kleinsten zuerst: Der Allenkolibri ist Teil der ornithologischen Sammlung des Museums, die 1.100 Exponate umfasst.

19:30 

Uhr Plötzlich ist es stockduster und wir sind alleine mit den Tieren im Dunkeln. In der Ferne röchelt gleichmäßig ein Luftbefeuchter und irgendwo klimpert jemand auf einem Klavier. Der Nachtwärter klärt uns auf: Es ist der Erklärfilm im Nebenraum, der noch läuft. Endlich kommen unsere sechs kleinen Beleuchtungsspots zum Einsatz, die wir aus verschiedenen Winkeln auf die Exponante richten, um sie aus dem Dunkeln hervorzuholen.

19:45 Uhr 

Wir sind noch immer mit den Kolibris beschäftigt und kämpfen mit ungewünschten Schatten und Spiegelungen. Es liegen noch einige Motive vor uns und die Zeit ist begrenzt.

20:15 Uhr 

Die nächsten Motive gehen routiniert von der Hand. Der Schnabelpelikan ist ein dankbares Motiv – er schaut so begriffsstutzig, dass es ein Leichtes ist, ihn so einzufangen, als hätte man ihn auf freier Wildbahn im Dunkeln ertappt. 

21:30 Uhr 

Pause. Wir schieben ein kurzes Picknick im Merian-Saal ein. Von der Decke hängen ungewöhnliche naturwissenschaftliche Artefakte: die Haut eines Babyelefanten, ein Krokodil und andere schwerlich identifizierbare Objekte. Als wir erfahren, dass von hier die jährliche Sendung Terra X – Supertiere für das ZDF moderiert wird, beseitigen wir schnell unsere Picknickreste von den blitzblanken Tischen und machen uns wieder an die Arbeit.

23:30 Uhr 

Die letzte große Herausforderung steht an, das größte Motiv vor unserer Linse: der Tyrannosaurus Rex. Wie sollen wir diesem König der Exponate Rechnung tragen? Nach einigen Versuchen entscheiden wir uns, ihn so zu präsentieren, wie wir ihn aus Kinderaugen in Erinnerung haben – aus dieser Perspektive wirkt er gefährlich und mächtig. 

00:30 Uhr 

Das letzte Motiv ist im Kasten, die Kabelschlangen sind verstaut und wir geschafft, aber sehr zufrieden.

3,5 Milliarden Jahre verbinden Senckenberg und BRAIN

„World of Biodiversity“ – so der Claim der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Seit fast 200 Jahren erforscht sie die Vielfalt des Lebens und ihre Bedeutung für das System Erde – von den größten Ökosystemen bis zu den kleinsten Lebewesen. Die wissenschaftlichen Entdeckungen werden der Öffentlichkeit in den Museen zugänglich gemacht. Senckenberg hat mit seiner Wissenschaft, seinen Sammlungen und Museen eine herausragende Stellung in der deutschen Biodiversitätsforschung.

Diese Leidenschaft für Biologie und Evolution – bis hin zu ihren Anfängen vor 3,5 Milliarden Jahren – verbindet Senckenberg und BRAIN. Denn BRAIN hat die biologische Vielfalt in einem „Werkzeugkasten der Natur“ erfasst, geordnet und für industrielle Zwecke nutzbar gemacht. Durch diese außergewöhnlichen Ressourcen und technische Expertise können industrielle Prozesse effizienter gestaltet und neue Antworten für ökonomische Herausforderungen von morgen und übermorgen gefunden werden.

Senckenberg ­Naturmuseum

www.senckenberg.de
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