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BLICKWINKEL

Weg An Die Boerse Vorher Nachher

Das Medium Fotografie hat sich seit seiner Entdeckung zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum heutigen Tage rasant entwickelt. Beinahe jedes Mobiltelefon besitzt mittlerweile eine integrierte Kamera und die Digitaltechnik produziert eine schier unendlich große Flut an Bildern. Auch im Bereich der künstlerischen Fotografie nutzen viele Fotografen mittlerweile die zahlreichen Möglichkeiten, die sich durch die Weiterentwicklung des Mediums bieten. Doch wie bei fast allen Entwicklungen gibt es immer wieder Menschen, die sich dem allgemeinen Trend entziehen und eigene Wege zur Umsetzung ihrer Kreativität beschreiten. 

Im Bereich der Fotografie ist diesem Feld unter anderem eine nicht unerhebliche Zahl an Künstlern zuzuordnen, die ihre außergewöhnlichen Konzepte und Bild­ideen mithilfe einer Lochkamera umsetzen. In ihren Arbeiten zeigt sich, dass diese Form des fotografischen Apparats keineswegs nur ein verstaubter Teil der Fotogeschichte ist, sondern ein quasi unbegrenztes künstlerisches Potenzial besitzt, das in unterschiedlichsten Formen genutzt werden kann. 

Ein für Hölschers künstlerisches Schaffen besonders wichtiger Teilaspekt soll an dieser Stelle noch einmal herausgestellt werden: Es ist die Möglichkeit, mit nahezu jedem lichtdicht verschließbaren Objekt Bilder erzeugen zu können. 

Unabhängig von Bildästhetik und Motiv können auf diese Weise vielschichtige Arbeiten entstehen, die ihre Relevanz nicht nur aus dem beziehen, was die Fotografie letztendlich abbildet, sondern auch aus dem Ursprung und der Beschaffenheit der Kamera selbst. So bekommt beispielsweise ein malerisches Landschaftsbild unerwartet eine politische Dimension, wenn klar wird, dass es mit einem albanischen Bunker aus der sozialistischen Ära Enver Hoxhas fotografiert wurde. Neben der Frage, was eine Fotografie letztendlich abbilden soll, erschließen sich somit weitere gedankliche Dimensionen abseits des Visuellen, die es in immer neuen künstlerischen Arbeiten zu erschließen gilt.

Für die Arbeit „Der Weg an die Börse“ wurden fünf Postpakete zu Lochkameras umfunktioniert und von BRAIN in Zwingenberg an die Deutsche Börse nach Frankfurt verschickt. Dabei wurde die Lochblende beim Absenden geöffnet und vom Empfänger wieder verschlossen, sodass die Pakete ihre Reise, also den „Weg an die Börse“, von Zwingenberg nach Frankfurt in einem einzigen Bild dokumentierten. So interpretiert diese Serie auf künstlerische Weise den gelungenen Börsengang der BRAIN. Genutzt wurden die Motive der Serie nicht nur für diese Bildstrecke. Das Covermotiv dieser Blickwinkel-Ausgabe wurde zudem in limitierter Auflage von 300 Stück reproduziert, gerahmt und vom Künstler signiert. Am 9. 2. 2016, zeitgleich mit der Erstnotiz der BRAIN-Aktie an der Frankfurter Wertpapierbörse,  wurde das gerahmte Bild vom Vorstand der BRAIN AG als „Dankeschön” an alle Mitarbeiter der BRAIN-Gruppe und an alle Beteiligten rund um die Verwirklichung des Börsengangs versendet.

Weg An Die Boerse 4
Weg An Die Boerse 2
Weg An Die Boerse Cover
Weg An Die Boerse 1
Portrait Tim Hoelscher

Tim Hölscher, geboren 1981 im westfälischen Soest, studierte von 2004 bis 2010 Fotogra- fie an der FH Bielefeld. Sein aktueller Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Erarbeitung experimenteller fotografischer Konzepte und der Erforschung bildschaffender Techniken abseits der konventionellen Fotografie. Bevor- zugtes Arbeitsgerät stellt die Lochkamera in unterschiedlichsten Konstruktionen dar. Ein weiterer Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt auf der gezielten Nutzung digitaler Bildmanipulation. Tim Hölscher ist Gewinner des Canon Profifoto Förderpreises 10 / 2 und stellte seine Arbeiten in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen u. a. in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Hamburg, Köln, Münster und Zwingenberg aus. 

Tim Hölscher

www.timhoelscher.de
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