Bioökonomie – die biologische Transformation der Industrie

Die industrielle Biotechnologie ermöglicht die effiziente Nutzung natürlicher Rohstoffe und kann sowohl industrielle Herstellungsprozesse verbessern als auch neue biobasierte Produkte ermöglichen. Mit ihrem vielfältigen Angebot an biobasierten Inhaltsstoffen und Verfahren trägt die BRAIN-Gruppe maßgeblich dazu bei, Konsumgüter effektiver und gesünder zu machen sowie industrielle Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Das Unternehmen ist ein aktiver Wegbereiter der Abkehr von fossilen Rohstoffen hin zu nachhaltig erzeugten und genutzten biologischen Ressourcen.

Finanzpublikation

Unternehmensführung, Unternehmen und Corporate Stories 2018/19

(aus GB 2018/19)

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Leitidee für Wirtschaft und Gesellschaft

Ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Rohstoffen sowie der Schutz von Mensch und Natur bilden die Grundlage für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem. Unsere Gesellschaft braucht daher Fortschritte beim Umweltschutz, höhere Produkt- und Versorgungssicherheit sowie eine verbesserte Rohstoffeffizienz. Um den steigenden Bedarf an nachhaltig produzierten oder biobasierten Waren zu decken, treiben Politik und Wirtschaft die Biologisierung von Industrieprozessen, Waren und Konsumgütern voran. Neue Technologien, Verfahren, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle helfen dabei, den Kreislauf von Herstellung und Verbrauch nachhaltiger zu gestalten. Sie sind zudem die Grundlage einer zukunftsgerichteten Wirtschafts- und Lebensweise.

Das ökonomische Potenzial der Bioökonomie beruht auf den Wachstumsperspektiven bislang unerschlossener Wertschöpfungswege und disruptiver Produktideen. Die industrielle Biotechnologie ist Wegbereiter und Innovationsmotor dieses Wandels von Wirtschaftssystem und Gesellschaft. Sie umfasst als Zukunftstechnologie neuartige Ansätze und Lösungen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar erschienen. Gleichermaßen integriert sie als Querschnittstechnologie verschiedenste Disziplinen der Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Teile der Medizin, des Maschinenbaus und der Materialwissenschaften. Diese Integrationsstärke erlaubt die Adressierung eines gesellschaftsweiten Trends zur Natürlichkeit und Nachhaltigkeit in verschiedenen Lebensbereichen.

Nachhaltigkeit braucht Innovationen

Innovative Verfahren der industriellen Biotechnologie machen sich die Vielfalt natürlicher Organismen und Umwandlungsprozesse zunutze. Diese werden intensiv in der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie, für Kosmetik, im Gesundheitswesen, in der Chemie und Energiewirtschaft eingesetzt. Die industrielle Anwendung von Enzymen, Mikroorganismen und Naturstoffen hängt jedoch von ökonomischen Faktoren wie dem Zeit- oder Energieaufwand sowie von den Kosten für die Skalierung der Herstellungsverfahren ab. Gegenüber chemisch-synthetischen Prozessen können sie komplexe Stoffumwandlungen wesentlich spezifischer, milder und energiesparender bewirken. Daher bietet ihre Anwendung in der biobasierten Wirtschaft enormes Potenzial, aktuelle Missstände, wie gesundheitliche Schäden durch Fehlernährung oder hohe CO2-Emissionen, zu überwinden.

Auf gesellschaftlicher Ebene werden die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Umwelt zunehmend hinterfragt. Global lässt sich ein kollektiv gestiegenes Verantwortungsbewusstsein der Verbraucher für die Herkunft und Zusammensetzung von Gütern des täglichen Bedarfs beobachten. Umweltfreundliche Herstellung und ein möglichst hoher Anteil natürlicher Zutaten gelten als Qualitätsmerkmale. Steigt die Wahrnehmung der Qualität, können Menschen einen höheren Preis leichter akzeptieren. Das gilt in besonderem Maße für die von bedeutenden Herstellermarken geprägten Kategorien Nahrungsmittel und persönliche Pflege. Gleichwohl bleibt der Anspruch auf die gewohnten Eigenschaften hinsichtlich des Geschmacks oder der Haptik bestehen. Die Konsumgüterhersteller stehen damit vor neuen Herausforderungen. Oft ist die Veränderung wesentlicher Produktmerkmale die Folge einer Produkt- oder Prozessmodifikation. Durch den Einsatz biologischer Inhaltsstoffe und biotechnologischer Verfahren kann eine Umstellung auf effizientere Produkte und Prozesse unter Beibehaltung der ursprünglichen Qualitäts- und Produktattribute gelingen. Chemisch-synthetische Verfahren lassen sich teilweise durch biologische Prozesse ersetzen. Höhere Aufwendungen für die Umstellung zahlen sich jedoch für die Hersteller dank Kosteneinsparungen in der Produktion und einer Wertanreicherung auf Konsumentenebene wieder aus.

Märkte und Ausblick

Der Anteil biobasierter Lösungen an der industriellen Wertschöpfung nimmt seit Jahren stetig zu. Allein in der EU ist die chemische Industrie mit einer Wertschöpfung von über 500 Milliarden € (2016) und weit über einer Million Arbeitsplätzen einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren, der in alle Industriezweige hineinliefert. Hier generieren biobasierte Lösungen inzwischen einen Umsatz in Höhe von schätzungsweise 38 Milliarden € (2016).1

Befragt man Verbraucher weltweit nach ihren Wünschen, so geben nahezu 60 % von ihnen an, natürliche Waren zu bevorzugen. Diese Präferenz äußert sich besonders in den Kategorien für Nahrung und Getränke, aber auch bei Produkten der persönlichen Pflege und Gesundheit.2

Der globale Markt für Geschmacks-, Duft- und Inhaltsstoffe wird auf ca. 57 Milliarden € geschätzt (2018) und hat einen dominierenden Anteil von gut 80 % an der Wertschöpfung aller Spezialinhaltsstoffe. Experten zufolge soll dieses Marktsegment bis 2026 jährlich um knapp 8 % wachsen.3

Mit seinen drei Produktkategorien bioaktive Naturstoffe, maßgeschneiderte Enzyme und Hochleistungs-Mikroorganismen ist BRAIN weltweit gut positioniert. Das Unternehmen überführt sein Spezialwissen über biologische Systeme in industrielle Anwendungen, konzentriert sich auf die Entwicklung marktfähiger Produkte und legt dabei den Fokus auf die erfolgversprechendsten Märkte.

Hightech auf Basis der Natur

Mit ihrem vielfältigen Angebot an biobasierten Inhaltsstoffen und Verfahren trägt die BRAIN-Gruppe maßgeblich dazu bei, Konsumgüter effektiver und gesünder zu machen sowie industrielle Prozesse effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Das Unternehmen verfügt über die einzigartige Kombination einer proprietären Sammlung natürlicher Ressourcen (das BioArchiv), die branchenführend ist, und breit geschützter Schlüsseltechnologien. Auf dieser Basis entstehen echte Innovationen: Eigene Forschungs- und Entwicklungsergebnisse sind umfassend patentierbar und erlauben die Substitution chemischer Prozesse durch biologische Lösungen. BRAIN bündelt seine technologisch wegweisende Expertise in der Entwicklung neuartiger, biobasierter Lösungen in Form von maßgeschneiderten Enzymen, bioaktiven Naturstoffen und Hochleistungs-Mikroorganismen.

Der einzigartige Zugang zum umfassenden „Werkzeugkasten der Natur“ und die Nutzung des breit geschützten Hightech-Portfolios verschaffen dem Unternehmen bei seiner Ausrichtung auf die wachstumsstarken Märkte Nutrition & Health, Skin Care und Industrial BioSolutions eine vorteilhafte Position. Als Pionier der industriellen Biotechnologie ist BRAIN ein bevorzugter Anbieter sowohl für Hersteller als auch für Zulieferer in diesen Industrien. Die Entwicklung marktfähiger Produkte aus der eigenen Forschung erschließt dem Unternehmen neue zukunftsträchtige Geschäftspotenziale.

Verantwortung für natürliches Wachstum

Verantwortungsvolles Wachstum steht im Zentrum der Unternehmensphilosophie der BRAIN. Dieser Leitgedanke bewegt auch auf den internationalen Finanzmärkten immer mehr Kapital. Private und institutionelle Anleger fokussieren zunehmend auf gesellschaftlich verantwortliche Anlageformen, auch bekannt als SRI-Investitionen (Sustainable and Responsible Investment) oder „Impact Investing“, womit wirkungsorientierte Anlageformen im Sinne der Nachhaltigkeit gemeint sind. Als Kapitalgeber sind sie eine wichtige Säule für die Investition in eine nachhaltige Zukunft. Biobasiertes Wirtschaften unterstützt sowohl die Chance eines neuen Zyklus mit bahnbrechenden Innovationen und verstärktem Wirtschaftswachstum als auch eine umfassende Verbesserung der Lebenssituation vieler Menschen.

Die Bioökonomie ist neben der Digitalisierung eines der wichtigsten Wachstumsthemen des 21. Jahrhunderts. Sie soll nach Schätzungen der EU-Kommission bis 2030 eine Million neuer Arbeitsplätze schaffen. Deutschland ist strategischer Vorreiter dieser Entwicklung und folgt bereits seit 2010 der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“, in deren Rahmen mehrere staatlich geförderte Innovationsallianzen ins Leben gerufen wurden, um den Strukturwandel zu beschleunigen. BRAIN ist in verschiedenen Rollen an der Gestaltung und Umsetzung der nationalen Forschungsstrategie beteiligt und tritt so auf mehreren Aktionsebenen für die nachhaltige Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft ein.

1: European Bioeconomy in Figures, 2008–2016, Biobased Industries Consortium, Juli 2019.

2: Nielsen, Mintel – 2016, Nielsen Global Health & Wellness Survey – Q3 2014; S. Roman et al., The importance of food Naturalness for Consumers, Trends in Food Science & Technology 67 (2017), 44–57.

3: Roadmap for the Chemical Industry in Europe towards a Bioeconomy (RoadToBio), Strategy Document, 2019.

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