Der Vorstand im Gespräch

Dr. Jürgen Eck ist Mitbegründer und seit Juli 2015 Vorstandsvorsitzender* (CEO) der BRAIN AG. Ludger Roedder übernahm zum 01.01.2019 die neu geschaffene Position des Chief Business Officer (CBO). Manfred Bender ist seit 01.01.2019 Chief Financial Officer (CFO).

*bis 31.12.2019

v.l.n.r.: Manfred Bender (CFO), Ludger Roedder (CBO), Jürgen Eck (CEO)

Herr Eck, welche Bedeutung hat das produktskalierbare Geschäft für BRAIN und was genau ist damit gemeint?

Jürgen Eck
Zwei Drittel unserer jährlichen Gesamtleistung sind bereits skalierbares Produktgeschäft.
Mit unserem Angebot bewegen wir uns in Spezialmärkten, in denen wir im Vergleich zu Märkten der Basischemie überdurchschnittlich wachsen können. Dieses Wachstum wird getrieben durch das generelle Bestreben, chemisch-synthetische Prozesse durch biologische zu ersetzen. Damit stehen die Hersteller von Gütern des täglichen Bedarfs vor neuen Anforderungen. Ihnen bieten wir die gesamte Bandbreite von der Forschung und Entwicklung bis zur Produktion biobasierter Produkte.

Produktskalierbar heißt für uns auch, dass wir uns nicht darauf beschränken, als Forschungspartner den allgemeinen Trend zu unterstützen, sondern dass wir am Mengenwachstum teilhaben. Außerdem erhalten wir mehr und direktere Informationen über die Wünsche der Endkunden. Dieses Wissen können wir für eigene Forschungsprojekte nutzen.

Wie wichtig ist zukünftig die Forschung für BRAIN?

Jürgen Eck
BRAIN verfügt über einzigartige Kapazitäten in der Forschung und Entwicklung. Unsere langjährige Expertise im Bereich der industriellen Biotechnologie und die effektive Zusammenarbeit unserer hoch qualifizierten interdisziplinären Teams führt wiederkehrend zu echten Pionierleistungen bis hin zu Sprunginnovationen. Was besonders wichtig ist: Verbraucher können die Ergebnisse unserer Arbeit schmecken, riechen oder fühlen. Wir eröffnen also den Konsumgüterherstellern die Möglichkeit, ihr Angebot mit biobasierten Komponenten oder biotechnologischen Prozessen zu differenzieren. Damit sichern wir zugleich unsere langfristige Wachstumsperspektive und partizipieren am Potenzial der Bioökonomie.

„Mit unserem mengenskalierbaren Angebot partizipieren wir direkter an dem überdurchschnittlichen Wachstum biobasierter Innovationen und stellen uns besser auf die Wünsche der Endkunden ein.“

Dr. Jürgen Eck
CEO

Herr Roedder, wie sehen Sie die Wachstumsperspektiven der BRAIN?

Ludger Roedder
BRAIN ist mit seinem Angebot an bioaktiven Naturstoffen, maßgeschneiderten Enzymen und Hochleistungs-Mikroorganismen international hervorragend positioniert. Auch wenn gerade das Inhaltsstoffgeschäft europäisch dominiert wird, ist es ein globales Wachstumsthema. Ich habe selbst lange in den Vereinigten Staaten gearbeitet und kann sagen, dass sich auf Verbraucherebene die Nachfragetrends dort kaum von denen in Europa unterscheiden. Die Ansprüche an Güter des täglichen Bedarfs richten sich auf mehr Natürlichkeit und mehr Nachhaltigkeit. Zu unseren Kunden gehören global führende Konzerne der Chemie- und Lebensmittelindustrie. Mit dem Ausbau unseres internationalen Geschäfts können wir ihren hohen Ansprüchen vor Ort gerecht werden und sind näher am Geschehen.

Wodurch zeichnet sich die BRAIN als Unternehmensgruppe besonders aus?

Ludger Roedder
Alle Teile der Unternehmensgruppe der BRAIN tragen mit ihren speziellen Kompetenzen zum Gesamterfolg bei. Der exklusive Zugang zu umfangreichen Naturstoffbibliotheken und die Anwendung modernster biotechnologischer Analyseverfahren legen den Grundstein für Produkt- und Verfahrensinnovationen. Zusammen mit den speziellen Kompetenzen der Tochterunternehmen bringen wir Innovationen aus der eigenen Forschung zur Marktreife und kommerzialisieren bestehende Produkte. Die konsolidierte Leistung der BRAIN-Gruppe besteht vor allem in der guten Vernetzung mit unseren Kunden. So erhalten wir unmittelbar Informationen über neue Marktentwicklungen, die wir wiederum in unsere Arbeit einfließen lassen.

„Zu unseren Kunden gehören global führende Konzerne der Chemie- und Lebensmittelindustrie. Unsere gute Vernetzung ist ein Geschäftsvorteil, den wir überall nutzen wollen. Deshalb ist es konsequent, sich international zu öffnen“

Ludger Roedder
Vorstandsmitglied (CBO)

Herr Bender, wie beurteilen Sie die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahrs?

Manfred Bender
Die BRAIN-Gruppe ist zweistellig organisch gewachsen, obwohl sich die deutsche Chemieindustrie in vielen Bereichen rückläufig entwickelte. Als Anbieter biobasierter Produkte und Prozesse für industrielle Geschäftspartner mit einem strategischen Fokus auf die erfolgversprechenden Märkte für Nutrition & Health, Skin Care und Industrial BioSolutions agieren wir zwar nicht völlig losgelöst von konjunkturellen Trends, profitieren aber von unserer Spezialisierung. Positiv zu dieser Entwicklung hat die Priorisierung des produktskalierbaren Geschäfts beigetragen, das inzwischen 65 % unserer jährlichen Gesamteinnahmen ausmacht. BRAIN hat im abgelaufenen Geschäftsjahr aber auch aus FuE-Kooperationsverträgen gute Zuwächse erzielt.

Herr Bender, wie kann BRAIN zukünftig profitabel wachsen?

Manfred Bender
Wenn man genau hinsieht, arbeiten die Segmente für das Produktgeschäft und die Auftragsforschung schon profitabel. Die außerordentliche Qualität unserer eigenen Forschung erfordert jedoch auch hohe Investitionen, die das Gesamtergebnis im Moment noch dominieren. Diese Investitionen sind für die nachhaltige Ausrichtung unseres Unternehmens von erheblicher Bedeutung. Mit den Aufwendungen für unsere eigene Forschung legen wir den Grundstein für das langfristige Wachstum im Produktgeschäft.Wir können ein Produkt aus der eigenen Forschung in wenigen Jahren zur Marktreife bringen und aufgrund der Integration aller Segmente der BRAIN unseren B2B-Kunden direkt anbieten. Alle drei Geschäftseinheiten sind also eng miteinander verbunden und liefern untereinander Synergien für das Gesamtgeschäft. Den positiven Effekt werden wir bald auch im Gesamtergebnis sehen.

„Unsere drei Geschäftseinheiten sind eng miteinander verbunden und liefern untereinander Synergien für das Gesamtgeschäft. Den positiven Effekt werden wir bald auch im Gesamtergebnis sehen.“

Manfred Bender
Vorstandsmitglied (CFO)

Herr Eck, schließen sich Marktwachstum und Nachhaltigkeit auf Dauer aus?

Jürgen Eck
Im Gegenteil: Marktwachstum und Nachhaltigkeit gehören dauerhaft zusammen. Klimawandel und eine steigende Weltbevölkerung sind zwei Megatrends, die weltweit unsere Lebensgrundlagen verknappen. Ökonomische Wohlstandszyklen hängen zunehmend von der intelligenten Nutzung schwindender Rohstoffe ab.

Die Bioökonomie kann die Voraussetzungen für einen neuen Wachstumszyklus schaffen, indem sie mit neuen Wertschöpfungswegen und disruptiven Produktideen den Kreislauf von Herstellung und Konsum nachhaltig gestaltet. Die industrielle Biotechnologie ist Wegbereiter und Innovationsmotor dieser Entwicklung. BRAIN nimmt hier eine führende Rolle ein und ist mit seiner Kombination aus starker Forschung und effizienter Produktentwicklung zukunftssicher aufgestellt.

 
Enzymstruktur der Aurase bearbeitet für Cover des BRAIN Geschäftsberichts 2018-19

Zum BRAIN Geschäftsbericht 2018/19

Geschäftsbericht 2018/19 der BRAIN AG mit dem Titel „Pioneering Bioproducts”

Geschäftsbericht 2018/19

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