21. Januar 2021

Süßstoff für die Zukunft

BRAIN und Roquette haben die gemeinsame Produktion und Zulassung des süßen Proteins Brazzein vertraglich vereinbart. In drei bis vier Jahren könnte der Süßstoff für die Lebensmittelindustrie zur Verfügung stehen.

Wäre Corona nicht gewesen – bei BRAIN in Zwingenberg hätten Ende des Jahrs 2020 sicher die Sektkorken geknallt. Grund: der Abschluss einer vertraglichen Vereinbarung mit dem französischen Unternehmen Roquette, weltweit führend auf dem Gebiet der pflanzlichen Inhaltsstoffe u.a. für Lebensmittelmärkte.

Die beiden Unternehmen waren vor ein paar Jahren erstmals im Rahmen des DOLCE-Forschungsprogramms zusammengekommen und hatten am Ende ihres F&E-Projekts entschieden, den Protein-Süßstoff Brazzein gemeinsam auf den Markt zu bringen.

In der Natur produziert die afrikanische Pflanze Pentadiplandra brazzeana das Protein in ihren Beeren. Die Beschaffung des Inhaltsstoffs durch Extraktion wäre jedoch nicht nachhaltig. Daher produzieren BRAIN und Roquette den Protein-Süßstoff durch Fermentation – eine nicht nur nachhaltigere, sondern gleichzeitig kosteneffizientere Lösung.

Protein mit guten Eigenschaften

Was ist so besonders an dem schon länger bekannten Süßstoff Brazzein? Er besitzt ein außergewöhnliches Süßungspotenzial und vereint ein gutes Geschmacksprofil mit den Vorteilen der Zuckerfreiheit. Da dies nicht selbstverständlich bei Süßstoffen ist, räumen die Partner der Substanz sehr gute Absatzchancen ein, insbesondere in der Getränkeindustrie.

Zur Vorbereitung der anstehenden Produktionsphase hat BRAIN bereits einen hochpotenten GRAS- (Generally Recognized As Safe) Mikroorganismus für die biotechnologische Produktion des Süßstoffs etabliert. GRAS-Stämme eignen sich gut für die Zulassung im Lebensmittel- und Getränkebereich und BRAIN hat den Süßstoff bereits mit einer wirtschaftlich tragfähigen Ausbeute im Labormaßstab produzieren können.

Adriaan Moelker, CEO der BRAIN AG, erklärte im Rahmen der Bekanntmachung der Vereinbarung: „Wir freuen uns sehr über das positive Feedback von Roquette und diversen Konsumgüterherstellern. Der Süßstoff, den wir nun gemeinsam zulassen und produzieren, wurde insbesondere für die Getränkeindustrie entwickelt, die insgesamt ungefähr 70% des weltweit konsumierten Zuckers in ihren Produkten einsetzt. Dies verdeutlicht das Absatzpotenzial dieses neuartigen Süßstoffs. Im schnell wachsenden Markt der Protein-Süßstoffe, in dem es gilt Geschmacksprofil und Nährwert parallel zu verbessern, erwarten wir, dass unser neues Produkt die steigende Verbrauchernachfrage in hohem Maße bedienen wird.“

Dr. Sergio Neves, Head of Nutrition & Health, R&D bei Roquette betonte in dem Zusammenhang: „Nachdem wir das DOLCE-F&E-Programm beendet haben, wollen wir nun die Produktion hochfahren und gehen davon aus, dass wir den Protein-Süßstoff innerhalb der nächsten drei oder vier Jahre auf den Markt bringen werden. Mehrere Top-Unternehmen aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie haben bereits großes Interesse gezeigt und wollen uns bei dem Projekt unterstützen.“


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