Sugar cubes
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7. Juli 2020

Süß, süßer… Mit BRAIN einmal in die Süßigkeitenkiste greifen

Wie Industriepartner mit Hilfe der HTC-Technologie von BRAIN natürliche Süßstoffe und Süßkraftverstärker entdecken können

Die Konkurrenz auf dem Lebensmittelmarkt ist groß – und um sich unter den vielen Produkten, die die meterlangen Regale der Supermärkte füllen, zu behaupten, braucht es ein gutes Marketingkonzept – und / oder ein innovatives Produkt. Aber was macht ein innovatives Lebensmittel aus? Zum Beispiel dies: Ein innovatives Produkt enthält einen Inhaltsstoff, der zu einer bestimmten Eigenschaft des Lebensmittels beiträgt, aber gesünder ist als der herkömmlich für diesen Zweck verwendete Inhaltsstoff. Oder: Ein neuartiger Inhaltsstoff kann nachhaltiger gewonnen bzw. produziert werden als ein bislang eingesetzter. Verbraucher achten immer mehr auf Umwelt- und Gesundheitsaspekte entsprechend sucht die Industrie hier nach innovativen Lösungen.

Zucker macht (un)glücklich

Viele von uns sind in einer Zeit aufgewachsen, als das Taschengeld weitgehend für Süßigkeiten draufging. Was haben wir nicht alles in uns hineingestopft! Je süßer, desto besser − und desto schwieriger war es aufzuhören. Dem einen oder anderen wird es auch heute noch so gehen. (Da hilft es übrigens sehr, wenn man Kinder zu Hause hat, denen man ein Vorbild sein möchte…)

Die Gefahr besteht, dass übermäßiger Zuckerkonsum in unserem neuronalen Belohnungssystem eine Art Neuanpassung verursacht und damit das Essverhalten vom tatsächlichen Kalorienbedarf abgekoppelt wird. Wir essen also weiterhin Zucker, obwohl wir ihn kalorisch gesehen gar nicht bräuchten. Ergebnis des übermäßigen Zuckerkonsums kann Übergewicht sein; Folgekrankheiten sind häufig Typ-II-Diabetes, Adipositas oder das Metabolische Syndrom. Je nach Ausprägung ein Unglück für die Betroffenen.

Doch auf Zucker zu verzichten fällt den meisten Menschen schwer. Der Körper hat sich so sehr daran gewöhnt. Daher suchen Lebensmittelhersteller nach alternativen Süßstoffen oder Süßkraftverstärkern, die weniger oder gar nicht schädlich für den menschlichen Organismus sind. Doch unsere Geschmacksnerven lassen sich nicht so leicht täuschen und alternative Süßstoffe und Süßkraftverstärker zu finden, die „den Geschmack“ der Konsumenten treffen und möglichst auch noch natürlichen Ursprungs sind, ist eine echte Herausforderung.

Suchen und finden: Industriepartnerschaft mit BRAIN

BRAIN ist auf dem Gebiet der Geschmacksforschung schon mehrere Jahre aktiv und hat eine zellbasierte Technologie entwickelt, die HTC- (Human-Tongue-Cell) Technologie. Damit können unter anderem (alternative) Süßstoffe und Süßkraftverstärker gefunden werden. Eingebunden in das Industrieprojekt DOLCE wurden auf Basis dieser Technologie Industriepartnerschaften ins Leben gerufen und die Beteiligten haben gemeinsam neue natürliche Süßstoffe und Süßkraftverstärker ("Natural Sweet Solutions") entdeckt und evaluiert.

Im Rahmen der Etablierung der neuen Zelllinien für das proprietäre, zellbasierte HTC-Assay-System hat die BRAIN AG natürliche Stoffe entdeckt, die sich u.a. im Rahmen der Produktentwicklung zur Optimierung des Geschmacks sinnvoll einsetzen lassen. Diese Stoffe, sowie darauf basierende Formulierungen, wurden zum Patent angemeldet und werden inzwischen Kunden aus der Lebensmittelindustrie für das Testen in ihren Produkten angeboten. Unter den Stoffen befinden sich neben natürlichen Süßungsmitteln auch Süßkraftverstärkern, außerdem natürliche „Salzersatzstoffe“, Geschmacksmoleküle und Modifikatoren, die z.B. den Geschmack von kochsalzreduzierten Produkten verbessern.

Auf der Suche nach Süßkraftverstärkern bzw. Süßersatzstoffen hat BRAIN zusammen mit Partnern aus der Lebensmittelindustrie inzwischen mehr als 100 Substanzen als „heiße Kandidaten“ evaluiert. Hat sich ein Industriepartner für einen dieser Kandidaten entschieden, wird der Stoff gemeinsam mit dem Industriepartner entwickelt. Die neuen Substanzen sind natürlicher Herkunft; sie basieren überwiegend auf einer essbaren Ressource − und haben das Potenzial nachhaltig produziert zu werden.

Geteilte Kosten, geteiltes Risiko – und der Konkurrenz ein Stückchen voraus

Was bringt eine Teilnahme am DOLCE-Programm? Das Risiko und die Kosten, die beim Finden eines alternativen, natürlichen Süßstoffs bzw. eines Süßstoffverstärkers entstehen, teilen sich innerhalb des DOLCE-Programms auf mehrere Lebensmittelhersteller auf – entsprechend einer der zuvor gewählten Lebensmittel- bzw. Getränke-Produktkategorie. DOLCE-Partner erhalten einen bevorzugten Zugang zu den ausgewählten Substanzen und können sie noch vor einer Zulassung sofort als Süßstoff oder Süßkraftverstärker für ihre Zwecke bzw. Produkte ausprobieren. Ist die Substanz dann offiziell als Lebensmittelzusatz zugelassen, kann das Produkt sofort auf den Markt gebracht werden.

Weitere Infos erteilt Ihnen gerne:

Dr. Katja Riedel
Business Development Manager Nutrition
business@brain-biotech.com

Referenzen

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